Anmeldung und Zugang
Der Eintritt in SIGNAL beginnt mit einem persönlichen Profil, gebaut aus deiner E-Mail und deiner Steuernummer. Die Steuernummer bleibt verschlüsselt im Ruhezustand: nur das System sieht sie und entschlüsselt sie nur für dich, wenn du dein Profil öffnest.
Nach der Anmeldung erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail. Ab da betrittst du mit E-Mail und Passwort, wann du willst. Die Sitzung bleibt 30 Tage gültig und erneuert sich von selbst, solange du sie weiter nutzt.
Die Resonanz
Die Resonanz ist die erste Geste: ein kurzer Präsenz-Fragebogen, einmal auszufüllen. Sie dient dazu, dich mit dem Feld in Einklang zu bringen, nicht dich zu beurteilen. Sie richtet sich an die, die ankommen, nicht an die, die schon alles wissen.
Einmal gesendet, wird die Resonanz vom Team gelesen. Das Ergebnis kann Genehmigt (du trittst frei ein) oder Beobachtung (du trittst ein, und wir tauschen uns kurz aus) sein. Von da an hast du Zugang zur Pinnwand, zur Karte, zu den Austauschen und zu den Kanälen.
SIG — die Werteinheit
SIG ist die Währung der Zeitbank: sie lässt Pflege, Arbeit und Kompetenz unter den Menschen des Netzes zirkulieren. Sie wird nicht gekauft: sie wird durch Anbieten verdient und durch Empfangen ausgegeben.
Wie viel deine Stunde wert ist, entscheidest du. Wenn du einen Dienst veröffentlichst, gibst du an, zu wie vielen SIG/Stunde du ihn anbieten möchtest: jemand setzt 1, jemand 5, jemand 20. Den Wert legst du selbst fest, je nach Art der Arbeit, deiner Zeit und deiner Erfahrung.
Als praktischer Bezug entspricht 1 SIG etwa 1 Euro: ein üblicher Wertkompass, vor allem nützlich, wenn ein Dienst auch eine Bargeldzahlung vorsieht (bei Präsenzdiensten).
Bei Präsenzdiensten kannst du auch Bargeld annehmen, wenn du willst: du sagst es in der Karte. Bei Online-Diensten ist die Zahlung immer in SIG.
Dein Saldo ist in der Geldbörse. Dort siehst du Eingänge, Ausgänge und den Verlauf der abgeschlossenen Austausche.
Die Dienste-Pinnwand
Die Pinnwand ist der Ort, an dem die Gemeinschaft sagt, was sie anbietet und was sie sucht. Jeder Eintrag ist eine Karte: wer veröffentlicht, worum es geht, in welcher Form (online oder in Präsenz), in welcher Zone, zu wie vielen SIG pro Stunde.
Du kannst nach BIETE oder SUCHE, nach Kategorie und nach Modus (Online oder Präsenz) filtern. Wenn dein GPS aktiv ist, erscheinen nahe Karten zuerst, automatisch. Die ungefähre Entfernung steht unten an jeder Karte.
Um deine Karte zu veröffentlichen, gehe zu «Neuer Dienst». Präsenzkarten verlangen aktives GPS: das verhindert, dass eine deklarierte Zone von dem Ort getrennt ist, an dem du wirklich bist. Online-Karten sind von dieser Bindung frei.
Die Karte
Die Karte zeigt die aktiven Präsenzen des Netzes, jede an ihrem Punkt. Der Punkt, den du siehst, ist immer ungefähr: die genaue Position bleibt verschlüsselt und verlässt den Server nicht.
Aus deinem Profil heraus entscheidest du, ob du auf der Karte sichtbar sein möchtest und mit welcher Genauigkeit (genau auf 100 Meter nur für verifizierte Profile, ungefähr auf 1 km als Voreinstellung, Stadtebene für alle, die mehr Zurückhaltung wünschen).
Die Karte dient dazu, das Feld um dich zu spüren, nahe Bezugspunkte zu finden und reale Tauschgeschäfte mit denen zu beginnen, die schon da sind.
SOS und Notfälle
Aus deinem Panel kannst du ein SOS auslösen, wenn dringende Hilfe nötig ist. Das Signal erreicht das nahe Netz im Radius, den du wählst, und kommt bei denen an, die gewählt haben, für Notfälle erreichbar zu sein.
Die Notfall-Sektion sammelt Warnungen für deine Zone aus offiziellen Quellen — seismisch (USGS, EMSC), Naturkatastrophen (GDACS), Wetter (Meteoalarm), Gesundheit (WHO), humanitäre Krisen (ReliefWeb) und offizielle Amtsblätter — und aus überwachten, nicht verifizierten Quellen (mit Kennzeichnung): Konflikte (GDELT) und Netzausfälle (Netblocks). Sie ersetzen nicht die 112: sie begleiten sie und geben Kontext.
Neben den offiziellen Quellen kann jede Person, die ins Netz eingetreten ist, eine eigene Zonen-Warnung veröffentlichen — eine Wetterwarnung, eine Katastrophe, ein laufendes Ereignis. Über die Schaltfläche «Neue Warnung» wählst du, ob du GPS verwenden oder die Adresse von Hand eingeben möchtest; die Veröffentlichung zeigt deinen Vor- und Nachnamen, damit die Zone weiß, wer gemeldet hat.
Wann nutze ich was
Drei Werkzeuge, drei verschiedene Verwendungen. Das SOS ist ein persönlicher Hilferuf: es ist dafür da, wenn du, in erster Person, jemanden in Echtzeit nahe brauchst (Sturz, Verirrung, plötzliches Unwohlsein, eine Hand sofort). Die Notfall-Sektion sammelt offizielle Zonen-Warnungen aus öffentlichen Quellen (seismisch, Wetter, Gesundheit) und nimmt zusätzlich Zonen-Warnungen auf, die vom Netz veröffentlicht werden: jede genehmigte Person kann eine Warnung von Hand hinzufügen — eine Wetterwarnung, eine Katastrophe, ein laufendes Ereignis — über GPS oder Adresse. Die Dienste-Pinnwand ist der Ort, an dem du Dinge des Alltags anbietest oder suchst, auch dringende, auch praktische.
Belastetes Trinkwasser in der Zone, Gas, Stromausfälle: wenn es sich um Tatsachen handelt, die die Zone und nicht eine einzelne Person betreffen, gibt es zwei sich ergänzende Wege. Einer ist die Pinnwand, um die Reaktion zu organisieren — «Ich biete Trinkwasser in Flaschen an», «Ich suche einen Wasservorrat für die Nacht». Der andere ist eine neue Warnung in den Notfällen, um die Zone über das laufende Ereignis zu informieren: wer veröffentlicht erscheint mit Vor- und Nachnamen, damit man weiß, wer gemeldet hat.
Praktische Beispiele: du hast eine Wunde und kannst nicht hinausgehen → SOS. Du liest in der Zeitung, dass das Wasser nicht trinkbar ist, und willst die Zone warnen → neue Warnung in den Notfällen mit GPS oder Adresse. Du willst auch die konkrete Reaktion organisieren → Dienst auf der Pinnwand, Kategorie Gesundheit oder Alltag, Präsenzmodus. Du brauchst eine Fahrt zur Apotheke → dringender Präsenzdienst. Du spürst ein Erdbeben → die offizielle Warnung kommt von selbst in den Notfällen an.
Austausche und Nachrichten
Wenn du einen Tausch vorschlägst oder annimmst, öffnet sich ein eigener Dialog zwischen dir und der anderen Person. Dort vereinbart ihr Zeiten, Ort oder Online-Modus. Der Dialog bleibt privat zwischen euch beiden.
Beim Abschluss des Tausches werden die SIG automatisch vom Saldo dessen, der empfängt, auf den Saldo dessen, der anbietet, übertragen. Der Verlauf bleibt in der Geldbörse, und die Karte kann bewertet werden.
Profil und Privatsphäre
Aus dem Profil verwaltest du Name, Foto, Bio, Position, Sichtbarkeit auf der Karte, Benachrichtigungs- und Privatsphäreneinstellungen. Jedes sensible Datum (Steuernummer, genaue Position) ist serverseitig mit Schlüsseln verschlüsselt, die die Infrastruktur nicht verlassen.
Du kannst die Position jederzeit deaktivieren: ohne aktives GPS «verriegeln» sich Karte und Pinnwand sanft — sie bleiben im Menü sichtbar, empfangen dich aber mit einer Nachricht, die dich einlädt, die Position wieder zu aktivieren.
Um das Feld zu verlassen, findest du am Ende des Profils die Kontolöschung. Es ist eine endgültige Geste: sie entfernt deine Daten und verschlüsselt die verbleibende Spur.
Deine Daten, geschützt
Dein genauer Standort und deine Steuernummer sind verschlüsselt (AES-256): das System bewahrt sie auf und zeigt sie nur dir. Auf der Karte ist der Punkt, den andere sehen, immer ungefähr — die genaue Position verlässt den Server nicht.
Die Karten laufen nicht über Google oder andere kommerzielle Dienste: die Bilder kommen von OpenStreetMap und CARTO, die dich nicht profilieren. Auf SIGNAL gibt es keine Werbe-Tracker: kein Analytics, keine Social-Media-Pixel. Niemand folgt dir beim Surfen.
Du entscheidest, wie viel du zeigst: im Profil wählst du, ob du auf der Karte erscheinst und mit welcher Genauigkeit, und du kannst es jederzeit ausschalten. Unten im Profil findest du die Löschung des Kontos: eine endgültige Geste, die deine Daten entfernt.